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Wem folgen: einem Ziel oder einer Sehnsucht?
Jede*r Berufstätige kennt das Festlegen und Nachverfolgen von Zielen, oft in der Form von jährlichen Zielvereinbarungsgesprächen mit der Führungskraft bzw. gemeinsamer Zielfindung im Team. Oder das selbstbestimmte Setzen von eigenen Zielen – für sehr unterschiedliche Zeiträume. Und meines Erachtens kann das abhängig von den Personen und Kontexten sehr viel Sinn machen, sprich: zur Erreichung dieser Ziele führen. Es gibt verschiedene Nachteile dieser Praxis: manche Menschen tun sich schwer damit, Ziele zu finden bzw. sich darauf festzulegen. Oder wollen das schlicht nicht. Außerdem nutzt sich dieses Prinzip (gerade im wirtschaftlichen Umfeld) mit der Zeit ab und kommt zu einer Sättigung und damit verbundenen Verweigerung.
Was tun?
Eine Alternative dazu ist, einer eigenen Sehnsucht – einem inneren Anliegen – zu folgen. Das hat den Vorteil, daß ich den emotionalen Bezug dazu nicht verliere und es nicht abnutzt. Und es ist viel leichter, mit anderen in Verbindung zu bleiben, die diese Sehnsucht mit mir teilen. Das ist nicht nur für Teams von unschätzbarem Wert.
Die Frage ist: Wie erkenne ich meine Sehnsucht/mein Anliegen? Und natürlich gibt es darauf keine allgemeine Antwort, keine "Die-7-besten-Tipps-...." oder ähnliches. Es ist ein sehr individueller Prozeß, der auf jeden Fall tiefes In-sich-Lauschen erfordert und mehr braucht als nur Kognition. Das bewußte Wahrnehmen von Emotionen (Was erfreut mich? Was mache ich wirklich, wirklich gerne?) und Intuition gehören dazu. Ein Erspüren, von etwas, was in mir schon angelegt ist und sich dann zeigt, wenn ich nicht im Hamsterradmodus unterwegs bin und mir Zeit nehme, auf mich zu hören. Es ist bereits in mir angelegt und ich muß "nur" noch genau hinhören.
Es dürfen verschiedene Sehnsüchte sein, abhängig von Zeit und Kontext – nicht nur die eine, große, die oft suggeriert wird. Meiner Erfahrung nach sind es meist leise Signale, die nicht immer klar sind. Dann hilft Ausprobieren: ich folge meiner Intuition, fange etwas an, verändere etwas. Und dann zeigt sich meist sehr schnell, ob das in eine Richtung geht, die mir (und anderen) gut tut oder nicht. Dieses Erproben ist notwendig und hilfreich.
Ich wünsche gutes Gelingen!
