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Lob – Anerkennung – Wertschätzung

Was ist der Unterschied? Und wann "sollte" was verwendet werden?

Ein Beispiel

Sie leiten ein großes Team, ein Mitarbeiter hat die monatlich wiederkehrende Aufgabe, einen Budget-Report zu erstellen. Sie möchten den Mitarbeiter gerne loben/anerkennen.

Lob: Sie sagen zu ihm: "Danke für den Report, das hast du mal wieder super gemacht!". Oder Sie sagen gar nichts, weil das ja wirklich keine besondere Leistung ist und Sie sich unehrlich vorkämen, ihn dafür zu loben?

Anerkennung: "Danke für den Report. Kommende Woche ist das nächste Budget-Meeting, wo mir der Report helfen wird, die Bedarfe unseres Teams aufzuzeigen. Es erleichtert mich sehr, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du den Report pünktlich und zuverlässig erstellst."

Ein anderes Beispiel

Sie arbeiten in einem Team und möchten einem Kollegen, der durch seine Art die Teamkultur stärkt, dies positiv rückmelden.

Lob: Sie sagen: "Du bist ein so toller Kollege und machst immer das Richtige. Das ist wirklich klasse."

Anerkennung: "Wenn du ins Büro kommst, dann freue ich mich immer, weil ich mich gesehen fühle durch die Art, wie du dich mir zuwendest und zuhörst. Deine Anwesenheit wirkt außerdem auf das ganze Team ausgleichend. Danke!"

Der Unterschied

In Kürze: Lob ist eine Bewertung der anderen Person und damit hierarchisch. Anerkennung und Wertschätzung dagegen sagen etwas die Wirkung der anderen Person auf mich oder das Umfeld aus und bleibt auf Augenhöhe. Weitere Unterschiede finden Sie in der Tabelle. Nach meiner Erfahrung aus zahlreichen (Führungskräfte-)Trainings ist das ausreichend. Probieren Sie es einfach aus. Und es funktioniert natürlich nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Privaten :-)

Lob Anerkennung und Wertschätzung
…ist meist manipulativ – hin zu mehr Leistung. …will nicht manipulieren. Es ist die ehrlich empfundene Freude, über das Tun oder die Eigenart des anderen.
…kommt selten von Herzen und bleibt oft sachlich und kühl. …kommt von Herzen und drückt sich in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit aus.
…enthält immer eine Bewertung. Deshalb funktioniert es nur von oben nach unten, macht den anderen klein und wirkt oft gönnerhaft. …enthält keine Bewertung und ist auf Augenhöhe
…ist eine Du-Botschaft und zwingt dem anderen meine Bewertung auf. Von mir gebe ich nichts preis. …ist eine Ich-Botschaft, und lässt dem anderen die Freiheit, was er damit tun möchte. Ich sage, was der/die andere bzw. das Verhalten der/des anderen bei mir oder für ein gemeinsames Ziel bewirkt und wofür ich danke. Ich zeige einen Teil meines Selbst.
Lob bezieht sich auf eine Leistung und macht diese Leistung zur Bedingung für weiteres Lob (und kann daher abhängig machen). Anerkennung bezieht sich auf ein Verhalten, nicht auf eine Leistung.
Wertschätzung meint den Menschen als Ganzes und ebenfalls nicht die Leistung.
…gehört zur trennenden Kommunikation …gehört zur verbindenden Kommunikation

Quelle: Dieser Artikel basiert auf einem Gespräch mit dem Psychologen Roland Kopp-Wichmann und seinem Blogartikel zum Thema. Ich habe ihn nach jahrelanger Praxis als Kollege, Coach und Trainer für Führungskompetenzen ergänzt und modifiziert. Viele Führungskräfte haben mir rückgemeldet, dass Sie diese Unterscheidung sehr hilfreich für ihre Führungsarbeit finden.

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